Neue Switching- und Wireless-Technologien machen das Netzwerk des Juliusspitals fit für die Zukunft

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Ausführlicher Anwenderbericht

Die Organisation

Am 12. März 1576 legte der Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn den Grundstein für die Stiftung Juliusspital. Aus seinem Privatvermögen stiftete er der Stadt einen neuen Spitalbau und sicherte den Unterhalt der Einrichtung durch die Überschreibung von Grundbesitz wie Äckern, Weinbergen und Wälder. So konnte die Stiftung bis heute mehr als vier Jahrhunderte überdauern und sich zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen mit humanitärem Auftrag entwickeln. Kernstück der Stiftung ist nach wie vor das Krankenhaus des Juliusspitals mit 342 Betten, das neben der Grund- und Regelversorgung auch überörtliche Schwerpunktaufgaben erfüllt. Jedes Jahr werden hier rund 13.000 stationäre und ca. 20.500 ambulante Patienten behandelt und mehr als 5.000 Operationen durchgeführt. Darüber hinaus gehören zur Stiftung Juliuspsital ein Seniorenstift mit 150 Bewohnern, ein Palliativ- und Hospizzentrum, Berufsfachschulen für Krankenpflege und land- und forstwirtschaftliche Güter sowie das zweitgrößte Weingut Deutschlands.

Technologiepartner

Die Anforderung

Für die IT-Abteilung des Juliusspitals ist die komplexe Organisationsstruktur mit großen Herausforderungen verbunden. Sie muss nicht nur eine Vielzahl von Standorten in Unterfranken und darüber hinaus betreuen, sondern vor allem auch unterschiedlichste Aufgaben und Geschäftsprozesse unterstützen – von der Patientendokumentation im Krankenhaus bis zur Vertriebslogistik des Weinguts. Dadurch sind in den vergangenen Jahren auch die Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur kontinuierlich gestiegen. Echtzeit- Anwendungen – beispielsweise für die Übertragung medizinischer Bilddaten und Videos – erfordern immer mehr Bandbreite und eine extrem hohe Verfügbarkeit des Netzwerks. Die IT-Abteilung wollte daher ihre vorhandene Netzwerkinfrastruktur, die seit über zehn Jahren auf Switches von Extreme Networks basierte, technisch auf den neuesten Stand bringen.
In einer Ausschreibung wurden die Anforderungen an die neue Infrastruktur definiert. Neben hoher Ausfallsicherheit und Stacking-Fähigkeit legten die Verantwortlichen großen Wert auf langfristigen Investitionsschutz. Ziel war, dass die neuen aktiven Netzwerkkomponenten ausreichende Leistungsreserven für die nächsten zehn Jahre mitbringen. Darüber hinaus sollte im Rahmen der Netzwerkmodernisierung auch die WLAN-Infrastruktur – insbesondere in den klinischen Bereichen – weiterentwickelt werden.

 

Die Lösung

Die IT-Verantwortlichen des Juliusspitals entschieden sich nach dem Ausschreibungsprozess, weiterhin auf Technologien von ExtremeNetworks zu setzen. „Die neue Produktgeneration des Unternehmens konnte unsere technischen und wirtschaftlichen Anforderungen am besten erfüllen“, sagt Volker Scharf, Leiter DV-Organisation & IT der Stiftung Juliusspital. Mit der Implementierung der Infrastruktur beauftragte man erneut die VINTIN Gruppe, die bereits die bestehende Netzwerkumgebung im Juliusspital realisiert hatte. Nach einer gründlichen Planungsphase installierte VINTIN alle benötigten Komponenten von Extreme Networks und bereitete die Migration auf die neue Umgebung vor. Die 23 Datenverteilerräume in den verschiedenen Gebäuden und Stockwerken der Stiftung wurden mit jeweils ein bis drei Summit X460 Switches ausgestattet, die über 2x10GbE-Anschlüsse mit dem Netzwerk-Core verbunden sind. Mit der Aktiv-Aktiv- Konfiguration erreichte man eine hochredundante Anbindung der PCs, Drucker, Access Points und weiteren Endgeräte.

Gerade im klinischen Bereich sind die Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur in den letzten Jahren enorm gestiegen. Mit den neuen Komponenten von Extreme Networks bieten wir heute die Performance und Verfügbarkeit für anspruchsvolle Echtzeitanwendungen und können zudem im WLAN-Bereich neue Dienste mit großem Mehrwert für Patienten, Ärzte und Pflegekräfte realisieren. (Volker Scharf, Leiter EDV-Organisation & IT, Stiftung Juliusspital Würzburg)

Im Core-Bereich kommen heute leistungsfähige Summit X670V Switches zum Einsatz. Für die performante und ausfallsichere Anbindung der Server richtete VINTIN zwei Stacks mit jeweils Summit X670V Switches ein. Glasfaserverbindungen mit 40 Gbit/s sorgen für eine sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeit zwischen den beiden Stacks. Weitere X670V Switches an zwei unterschiedlichen Standorten auf dem Campus übernehmen via Glasfaser die Versorgung der 23 Datenverteiler. „Mit der neuen Infrastruktur konnten wir zum einen ein dezentrales virtuelles Routing für die gesamtes Infrastruktur umsetzen und sind so in der Lage, den Datenverkehr in unserer Umgebung optimal zu steuern“, erklärt Stefan Pfannes, stellvertretender Leiter der Abteilung Informationstechnologie. „Zum anderen bietet die neue Umgebung deutlich höhere Verfügbarkeit und Performance. Im LAN haben wir jetzt alle Geräte mit 1 GBit/s angeschlossen, im Rechenzentrum binden wir die Server heute mit 10 Gbit/s an. Damit können wir jetzt auch die großen Datenmengen bei der Übertragung von hochauflösenden Bildern und Videos problemlos bewältigen.“

VINTIN übernahm im Rahmen des Großprojekts auch die Weiterentwicklung der WLAN-Infrastruktur des Juliusspitals. In den klinischen Bereichen sollte möglichst in allen Räumen drahtloser Netzwerkzugang zur Verfügung stehen, damit zusätzliche Dienste für Patienten, Ärzte und Pflegekräfte bereitgestellt werden können. Zudem wollte das Juliusspital mit der Umstellung auf den neuen schnellen WLAN-Standard 802.11ac beginnen. „Dafür benötigten wir eine deutlich höhere Dichte von Access Points“, sagt Volker Scharf. Die technischen Spezialisten von VINTIN führten eine Funkausleuchtung für das Juliusspital durch und installierten die benötigten Access Points sowie die IdentiFi Wireless Appliances von Extreme Networks für das Management der Umgebung. Gemeinsam mit der IT-Organisation setzte VINTIN zudem die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für unterschiedliche Einsatzszenarien durch.

Die WLAN-Infrastruktur der Stiftung Juliusspital mit insgesamt 180 Access Points wird heute für eine ganze Reihe von Anwendungen genutzt. Im klinischen Bereich ermöglicht das drahtlose Netzwerk beispielsweise eine papierlose Patientendokumentation direkt am Patientenbett: Ärzte und Pflegekräfte können heute mit Thin Clients auf mobilen Visitenwagen direkt auf die elektronischen Patientenakten zugreifen, um Befunde zu dokumentieren. Auch Laboruntersuchungen können sofort online angefordert werden. Neben den mobilen Visitenwagen stehen mehrere mobile Videotürme mit Kameras und Endgeräten für telemedizinische Anwendungen zur Verfügung. Damit sind Ärzte zum Beispiel bei komplizierten Untersuchungen in der Lage, in Echtzeit die Zweitmeinung eines Kollegen aus einer anderen Institution einzuholen.

VINTIN brachte nicht nur sehr viel technologisches Know-how in dieses Projekt ein, sondern unterstützte uns auch dabei, die hohen Sicherheitsanforderungen bei der Weiterentwicklung unseres Netzwerks umzusetzen. Ganz gleich, ob der Zugriff drahtlos oder kabelgebunden erfolgt – sensible Patientendaten und medizinische Geräte sind jederzeit umfassend geschützt.“ (Stefan Pfannes, stellvertretender Leiter Abteilung Informationstechnologie, Stiftung Juliusspital Würzburg)

Ein weiteres Einsatzgebiet für das WLAN ist die Steuerung des Hol- und Bringdiensts im Krankenhaus. Mitarbeiter, die Mahlzeiten, Medikamente, Verbrauchsmaterialien oder andere Dinge innerhalb des Krankenhauses transportieren, bekommen ihre Arbeitsaufträge heute digital auf Apple iPods oder Tablets übermittelt. Durch die flächendeckende Bereitstellung der WLANTechnologie können intelligente Softwarelösungen Aufträge automatisch an den räumlich nächsten Mitarbeiter zuweisen um damit zum Beispiel interne Transportaufträge zu optimieren. Neben der Optimierung von internen Prozessen hat das Juliusspital mit der neuen WLAN-Infrastruktur auch die Voraussetzungen für den privaten Internet-Zugang im Krankenhaus geschaffen. Patienten und Angehörige können heute mit eigenen Endgeräten sicher im Web surfen. „Das Patienten-WLAN ist dabei komplett von den anderen, klinikinternen drahtlosen Netzwerken abgeschottet“, unterstreicht Volker Scharf. „VINTIN hat für jeden Anwendungsbereich ein eigenes virtuelles Netz eingerichtet. So trennen wir im WLAN heute auch strikt zwischen dem mobilen Zugriff auf Patientendaten und der drahtlosen Anbindung von medizinischen Geräten.“ Als zusätzliche Absicherung installierte VINTIN zudem interne Firewalls von Fortinet im Netzwerk. Diese stellen sicher, dass zum Beispiel Updates an den Steuerungssystemen der Medizintechnik durch externe Service-Techniker keine Auswirkungen auf andere kritische Anwendungen wie das KIS-System haben.

Die neue Netzwerkinfrastruktur eröffnet der Stiftung Juliusspital zahlreiche Möglichkeiten, interne Prozesse besser zu unterstützen und innovative Lösungen umzusetzen. Im nächsten Schritt will die IT-Abteilung jetzt auch das Management der Umgebung noch effizienter gestalten: „Wir planen den Umstieg auf das Netzwerkmanagementsystem ExtremeManagement von Extreme Networks, um die drahtlose und kabelgebundene Infrastruktur zentral verwalten zu können“, sagt Volker Scharf. „Zudem wollen wir auch die Funktionen von ExtremeManagement für Network Access Control (NAC) nutzen. Damit können wir unsere bisherige NAC-Lösung ersetzen und künftig sehr granular und regelbasiert kontrollieren, welche Ressourcen ein Anwender im Netzwerk nutzen darf.“

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